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Hering im Fastenteig

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09.12.2025 Polnische Rezepte & Gerichte

Hering im Fastenteig

Hering im Fastenteig

Früher war Hering als eines der wenigen günstigen Fischprodukte die Grundlage für Fastengerichte. Der Bierteig wurde oft verwendet, weil Bier in jedem Haushalt leicht verfügbar war und seine Bläschen (Kohlendioxid) Hefe oder Eier ersetzten und so eine leichte, fastenkonforme Panade bildeten.

Das Heiligabendessen in Masowien beginnt mit der erwarteten Erscheinung des ersten Sterns, der die Geburt Christi ankündigt. Unter dem mit einem weißen Tuch bedeckten Tisch wurde obligatorisch Heu platziert, welches Bescheidenheit und Fruchtbarkeit symbolisierte. Im Zentrum des Abends stand das Teilen der Oblate, begleitet von herzlichen Wünschen für nahe und ferne Angehörige. Ein freier Platz am Tisch war nicht nur für einen verirrten Wanderer reserviert, sondern auch zum Gedenken an verstorbene Vorfahren. Auf dem masowischen Tisch erschienen neben Hering im Teig und Fastenpilzsuppe auch charakteristische Mohnklöße oder Mohnpiroggen, die das Versprechen auf Wohlstand in sich trugen. Unter den Fastengerichten durfte der süße Dörrobstkompott (Kompot z Suszu) nicht fehlen, in dem jede Frucht ihre eigene symbolische Bedeutung hatte. Eine regionale Besonderheit war der Brauch, nach dem Essen aus Strohhalmen zu wahrsagen, um die Zukunft zu erkunden. Essensreste wurden oft den Tieren gegeben, im Glauben, dass dies ihnen Gesundheit und Fruchtbarkeit sichern würde. Der Tradition entsprechend brachte in Zentralpolen der ersehnte Aniołek (Engelchen) die Geschenke. Der gesamte Heiligabend in Masowien war eine magische Zeit der Besinnung, der Reflexion und der Pflege der schönsten, uslichen Bräuche.

Zutaten:

Für den Teig (Klassischer Bier-Fastenteig)

  • Weizenmehl: 1 Tasse (ca. 150 g)
  • Helles Bier (oder Sprudelwasser): 3/4 Tasse (ca. 180 ml) Bier ist ein traditionelles Lockerungsmittel!
  • Pflanzenöl: 1 Esslöffel (für den Teig, damit er zarter wird)
  • Salz und Pfeffer: Eine Prise

Für den Hering

  • Gesalzene Heringsfilets (Matjes): 400 g (ca. 6-8 Filets)
  • Weizenmehl: Zum Wenden der Heringe
  • Pflanzenöl: Eine große Menge zum Braten

🏠 Zutaten, die Sie bereits zu Hause haben

Zubereitung:

    Vorbereitung der Heringe:

    1. Wässern: Die Heringsfilets sollten gründlich in kaltem Wasser für 1-3 Stunden gewässert werden, das Wasser dabei mehrmals wechseln. Die Wässerungsdauer hängt vom Salzgehalt der Filets ab. Sie sollten zart, aber nicht geschmacklos sein.
    2. Trocknen: Die abgetropften Heringe mit einem Papiertuch trocknen und in kleinere Stücke schneiden  am besten in Streifen von ca. 2-3 cm Breite.

    Vorbereitung des Teiges:

    1. Mehl, Salz und Pfeffer in eine Schüssel geben.
    2. Nach und nach kaltes Bier (oder Sprudelwasser) unter ständigem Rühren hinzufügen, bis eine Konsistenz wie dicke Sahne entsteht, frei von Klumpen. Der Teig sollte dicker sein als Pfannkuchenteig.
    3. Einen Esslöffel Öl hinzufügen und verrühren. Den Teig 15 Minuten ruhen lassen (das Bier beginnt zu wirken).

    Braten

    1. In einer Pfanne eine große Menge Öl (ca. 1-2 cm tief) auf mittelhohe Temperatur erhitzen.
    2. Die Heringsstücke vorsichtig in trockenem Mehl wenden (dies hilft dem Teig, besser zu haften).
    3. Die bemehlten Heringe in den Teig tauchen.
    4. Die Heringe portionsweise in das heiße Öl geben und 2-3 Minuten pro Seite braten, bis der Teig goldbraun und knusprig ist.
    5. Die gebratenen Heringe auf Küchenpapier abtropfen lassen, um überschüssiges Fett zu entfernen.

    Smacznego! 💛

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    Dieses Gericht ist eine knusprige Alternative zum traditionellen Hering und passt hervorragend zum Heiligabendessen. Gemäß der Fastentradition enthält der Teig keine Eier, und zum Braten wird ausschließlich Pflanzenöl verwendet.


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